FAQ zur Vorbereitung auf euer Welcome Dinner

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Ihr tragt beide, Gast und Gastgeber, mit eurem gemeinsamen Abendessen zur Verständigung und Integration und schließlich zu einen friedlichen Zusammenleben bei. Der Gast fühlt sich willkommen geheissen und gewinnt Einblicke in das Berliner Leben. Für den Gastgeber wird die anonyme Gruppe der Neu-Berliner personalisiert, er lernt eine Person kennen, von der ihm bisher nur als „Masse“ oder „Welle“ in den Medien berichtet wurde.

 

Das ist ein großer Beitrag. Wir danken euch dafür.

 

Wir, das Welcome Dinner Berlin, wollen euch ein Kennenlernen auf Augenhöhe ermöglichen. Dazu müsst ihr euch der Herausforderung stellen, dass ihr offen, freundlich und mit Respekt auf einander zugeht. Vieles wird fremd, optimistischer gesagt „neu“ sein, einiges seltsam oder sogar zum Lachen. Es wird vielleicht Themen geben, die in eurem bisherigen Leben keine Rolle gespielt haben oder in der Gesellschaft, in der ihr aufgewachsen seid anders gesehen und bewertet werden als bei eurem Dinnerpartner. Das kann zum Beispiel Politik, Justiz, Lebensweise, Religion oder Familien- und Geschlechterfragen betreffen. Ihr müsst die Einstellungen eures Dinnerpartners nicht teilen und erst recht nicht übernehmen aber wir bitten um gegenseitige Toleranz. Mit dem Treffen zum Dinner habt ihr die Chance trotz der oben angesprochenen Unterschiede Gemeinsamkeiten heraus zu finden.

 

Euer Welcome-Dinner-Berlin-Team

Hier als PDF zum Download:  Welcome_Dinner_Berlin_FAQ_Deutsch

 

Information für den Gast Information für den Gastgeber
Anreise

Berlin ist eine neue Stadt für euch und da ist es verständlich, wenn ihr euch noch nicht so gut auskennt. Lasst euch den Weg zur Wohnung genau beschreiben, fragt nach nahe gelegenen Bahnstation/ Bushaltestelle. Falls ihr euch unsicher fühlt, bittet euren Gastgeber euch ab zu holen. ihr könnt z. Bsp. eine Station oder eure Unterkunft als Treffpunkt vereinbaren.

Anreise

Berlin ist neu für euren Gast, eventuell findet der Gast nicht gleich den Weg, die für Berlin typische Aufteilung in Vorderhaus etc. sind ihm womöglich nicht vertraut. Deshalb ist es wichtig, dass ihr die Anreise und wie er eure Wohnung findet mit eurem Gast vorher genau absprecht und ihn ggf. von einem vereinbarten Treffpunkt wie Bahnstation/ Bushaltestelle oder Unterkunft abholt.

Pünktlichkeit

Bitte versucht zur vereinbarten Zeit zu kommen. Der Gastgeber hat ein Essen vorbereitet und geht davon aus, dass ihr pünktlich kommt. Falls etwas dazwischen kommt und ihr euch 30 min oder mehr verspätet, gebt dem Gastgeber bitte Bescheid. (Telefon, sms)

Pünktlichkeit

Bitte stellt euch darauf ein, dass eventuell nicht alles glatt läuft und Euer Gast nicht zur ausgemachten Uhrzeit erscheinen. Die deutsche Pünktlichkeit gilt nicht in allen Ländern.

Gastgeschenk

Der Gastgeber erwartet kein Geschenk, er wird sich aber über ein kleines Mitbringsel freuen.

Wenn ihr euch für die Einladung bedanken möchtet könnt ihr das zum Beispiel mit Blumen, Süßigkeiten wie Gebäck oder Schokolade oder einer Flasche Wein zum Ausdruck bringen.

Gastgeschenk

Wenn sich Euer Gast bei euch mit einem Gastgeschenk für die Einladung bedanken möchte, nehmt es mit Dank und Freude an. Bei verpackten Geschenken wird nicht immer erwartet, dass sie sofort ausgepackt werden, sondern erst, wenn der Gast wieder gegangen ist.

Begrüßung

Da ihr ja auch nicht ganz neu in Berlin seit, wisst ihr schon, dass die Deutschen sich mit Handschlag oder unter Freunden manchmal sogar mit Umarmungen und Küsschen begrüßen. Auch versucht man seinem Gesprächspartner immer in die Augen zu schauen. Das gilt als höflich, aufmerksam und wertschätzend. Bitte erschreckt nicht, falls euch jemand näher als gewohnt kommt. Wenn euch etwas unangenehm ist oder ihr unsicher seid, sprecht es an oder gebt es dem Gegenüber durch eine kleine Geste zu verstehen.

Begrüßung

Ein Welcome Dinner ist auch ein kleines kulturelles Abenteuer – in anderen Kulturen gelten andere Regeln und Gebräuche. Falls ihr bei eurem Gast eine Zurückhaltung spürt, kann es daran liegen, dass es zum Beispiel in einer anderen Kulturen nicht üblich ist, dass Männer und Frauen einander berühren – auch nicht die Hand geben. In einigen Kulturen wird selbst ein Blickkontakt zwischen Frauen und Männern vermieden. Grundsätzlich gilt: Keiner muss vorher einen interkulturellen Knigge durcharbeiten! Im Zweifelsfall einfach fragen…

Schuhe

In vielen aber nicht allen Berliner Haushalten ist es üblich, dass man beim Betreten der Wohnung die Schuhe auszieht. Am einfachsten ist es, wenn ihr den Gastgeber fragt, ob es gewünscht ist.

 

Schuhe, Garderobe, Ankommen

Höchstwahrscheinlich betritt Euer Gast heute zum ersten Mal eine private Wohnung in Berlin. Er ist vielleicht verunsichert, was das richtige Verhalten angeht. Empfangt ihn offen und zeigt ihm, wie es bei euch funktioniert. Dann wird er schnell merken, dass es gar nicht so anders ist. Zum Beispiel werden die Schuhe in vielen Teilen der Welt beim Betreten einer Wohnung ausgezogen.

Essen

Ihr möchtet eventuell bestimmte Dinge nicht essen. Es gibt zahlreiche Allergien und Unverträglichkeiten, kulturelle und religiöse begründete Nahrungstabus. Der Gastgeber ist wahrscheinlich nicht mit allen Regeln und Nahrungstabus vertraut, deswegen erklärt ihm im Vorfeld nochmals, was genau ihr nicht essen möchtet. Der Gastgeber wird es beim Kochen beachten. Ausserdem gibt es viele Menschen in Berlin, die vegetarisch kochen, das heisst sie kochen ohne Fleisch.

Tipp: Wer es einfach haben möchte, bittet um ein Essen ohne Fleisch und ohne Alkohol – damit lauft ihr wenig Gefahr ein Tabu zu verletzten.

 

Ein klassischer Dinnertisch wird für Gäste so gedeckt, dass jeder von einem eigenen Teller isst Es wird Besteck benutzt, wenn es sich nicht ausdrücklich um Fingerfood handelt.

Essen

Euer Gast möchte eventuell bestimmte Dinge nicht essen. Es gibt zahlreiche Allergien und Unverträglichkeiten, kulturelle und religiöse begründete Nahrungstabus. Es eine sehr persönliche Entscheidung wie streng man solche Regeln befolgt, so dass wir hier keine pauschalen Angaben machen können.

Wir haben die Vorlieben Deines Gastes bei der Anmeldung abgefragt und Dir in einer E-Mail mitgeteilt. Um Sicher zu sein, dass es für alle passt, fragt lieber nochmals nach.

Tipp: Wer es einfach haben möchte, kocht ohne Fleisch und ohne Alkohol – damit lauft ihr wenig Gefahr ein Tabu zu verletzten.

Wir haben die Erfahrung gemacht, dass einige Gäste wenig essen. Das kann einfach daran liegen, dass sie zurückhaltend sind. In einigen Kulturen ist es aber auch üblich, dass der Gastgeber 2-3 Mal fragt, ob der Gast einen Nachschlag möchte. Wenn der Gast gleich beim ersten Mal “Ja” sagt, gilt das als unhöflich. Deshalb fragt zur Sicherheit öfter nach ☺!

Unterhaltung / Sprache

Falls es etwas schwierig ist miteinander ins Gespräch zu kommen, können euch folgende Ideen vielleicht weiterhelfen:

• Zeigt eurem Gastgeber Fotos und fragt ihn nach welchen.

• Lasst euch auf einem Globus oder in einem Atlas zeigen, wo eure Gastgeber geboren sind oder fragt ihn wohin er gerne mal reisen möchte.

• Erzählt von euren Hobbies, spielt ihr ein Musikinstrument, was sind eure Lieblingsfilme? Gibt es Gemeinsamkeiten mit dem Gastgeber?

• Oder spielt ein einfaches Spiel: Karten und andere überwinden jede Sprachhürde.

• Eure Gastgeber sind sensibilisiert, dass es vielleicht Teile eurer Geschichte gibt, die f ür euch sehr schwer waren. Es gibt keinen Zwang, über etwas zu reden und es muss sich auch niemand f ür die Situation in der Heimat rechtfertigen. Wenn es ein Thema gibt, das du nicht besprechen m öchtest, sag das bitte klar. Es wird ok so sein.

• Im Internet gibt es zahlreiche Angebote von Bild-Wörterbüchern und Vokabeltabellen für die Kommunikation zwischen Geflüchteten und Unterstützern oder auch eine Translator–App kann im Notfall helfen.

https://translate.google.de/?hl=de

  Unterhaltung / Sprache

Falls es etwas schwierig ist miteinander ins Gespräch zu kommen, können euch folgende Ideen vielleicht weiterhelfen:

• Fragt eure Gäste nach Fotos und zeigt selbst welche.

• Lasst euch auf einem Globus oder in einem Atlas zeigen, wo eure Gäste geboren sind.

• Zeigt eure Lieblingsmusik, -videos oder was ihr sonst im Leben an Sport oder anderen Hobbies macht.

• Oder spielt ein einfaches Spiel: Jenga, Mikado und andere überwinden jede Sprachhürde.

• Ihr fragt euch vielleicht, ob es Tabuthemen gibt. Wenn es um Religion, Krankheiten oder die materielle Situation eurer Gäste geht, seid bitte sensibel. Eventuell ist es den Gästen unangenehm auf die Politik ihres Heimatlandes angesprochen zu werden, da sie ihre Heimat lieben und vermissen, jedoch dessen Regierung oder Zustand nicht rechtfertigen m ögen.

• Im Internet gibt es zahlreiche Angebote von Bild-Wörterbüchern und Vokabeltabellen für die Kommunikation zwischen Geflüchteten und Unterstützern zur Vorbereitung könnt ihr euch ein solches Dokument ausgedruckt zu Seite legen und im Notfall darauf zurück greifen.

• Es gibt viele Translator-Seiten / -Apps, die auf dem Smartphone oder Tablett leicht genutzt werden können. https://translate.google.de/?hl=de

Fragen, Beratung

Es kann sein, dass ihr Fragen zum Themen wie Sprachkurs, Wohnungs-, Arbeitssuche oder Asylrecht habt. Ihr könnt sie gerne eurem Gastgeber stellen, nur bitte bedenkt, für die Gastgeber sind diese Themen nicht alltäglich und sie wissen oft keine Antworten ohne sich vorher zu informieren. Seid nicht enttäuscht, wenn er euch nicht direkt weiter helfen kann. Vielleicht kann er euch einen Tipp geben, wo ihr einen kompetenten Ansprechpartner findet.

Information gibt es unter anderem hier:

http://umap.openstreetmap.fr/en/map/arriving-in-berlin-a-map-made-by-refugees-english-_42855#12/52.4992/13.4922

http://www.fluechtlingsrat-berlin.de

http://www.refugeeguide.de

https://netzwerkfluechtlingeberlin.wordpress.com

http://www.start-with-a-friend.de/

Fragen, Beratung

Es kann sein, dass in dem Gespräch Fragen zu Themen wie Sprachkurs, Wohn-, Arbeitssuche oder Asylrecht gestellt werden. Niemand kann von euch erwarten, dass ihr Antworten auf alle diese Fragen habt und entsprechend beraten könnt. Es ist wichtig, dass ihr keine Versprechen macht, die falsche Hoffnungen wecken.

Zu den einzelnen Themen gibt es viele Beratungsstellen, Initiativen und Internetangebote. Wenn ihr helfen wollt, dann kann es auch eine große Hilfe sein, wenn ihr einen kompetenten Ansprechpartner vermittelt.

Information gibt es unter anderem hier:

http://umap.openstreetmap.fr/en/map/arriving-in-berlin-a-map-made-by-refugees-english-_42855#12/52.4992/13.4922

http://www.fluechtlingsrat-berlin.de/

https://netzwerkfluechtlingeberlin.wordpress.com/

http://www.start-with-a-friend.de/

 

(Alle Angaben ohne Gewähr!)

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